Überfluss für eine bessere Zukunft

11/12/2017

Johannes Ellenberg

Jeder, der einen pessimistischen Blick auf unsere Welt und die Zukunft hat, sollte das Buch “Überfluss. Die Zukunft ist besser als Sie denken” von Peter Diamandis und Steven Kotler lesen. Sie frönen keineswegs dem typisch amerikanischen Optimismus, sondern beweisen ihre positive Sicht der Welt und der Zukunft mit Statistiken, Beispielen und sogar neurologischen Erkenntnissen.

Zum ersten Mal sind wir nicht mehr gezwungen, unseren Kuchen in immer kleinere Stücke aufzuteilen, weil wir heute wissen, wie wir mehr Kuchen backen können. So kann jeder mal gewinnen.

Die Autoren machen klar, dass Überfluss nicht jedem auf dem Planeten ein Leben in Saus und Braus ermöglichen soll, sondern allen die Möglichkeit bieten soll, sich selbst zu verwirklichen. Es ist ein Buch, das beschreibt, wie es uns neue Technologien ermöglichen, ein besseres Leben für alle zu schaffen. Im Weg stehen uns dabei unser Reptiliengehirn, unsere Faszination für schlechte Nachrichten und unsere Unfähigkeit, unser lineares und lokales Denken zu überwinden.

Wer spricht noch vom Waldsterben?

Viele Menschen nehmen an, dass sich die Welt in einer Abwärtsspirale befindet und dass alles immer schlimmer wird. Das ist Unsinn. Keines der Weltuntergangsszenarien ist bisher eingetreten. Im Gegenteil: Wir leben in einer Welt, nach der sich unsere Vorfahren die Finger geleckt hätten. Ja, es gibt Kriege, Naturkatastrophen und Armut. Doch mit modernen Technologien lassen sich die bestehenden Probleme langfristig lösen.

Die Autoren haben eine Art Maslowsche Pyramide entwickelt, die zeigt, wie das gehen soll:

Die unterste Ebene der Pyramide umfasst die grundsätzlichen Bedürfnisse wie Nahrung, sauberes Wasser und Wohnen. In der zweiten Ebene finden sich die Katalysatoren künftigen Wachstums wie Energie, Bildung, Information und Kommunikation. Am oberen Ende der Pyramide schließlich sitzen Freiheit und Gesundheit. Technologie ermöglicht es, die Grundbedürfnisse von immer mehr Menschen zu erfüllen. Energie, Bildung, Information und Kommunikation werden dank sinkender Kosten für immer mehr Menschen zugänglich, was letztlich dazu führen wird, dass die Welt gesünder und sicherer wird. Schließlich ist der Zusammenhang zwischen Unterdrückung und Armut einerseits und Verteilungskämpfen andererseits schon lange bekannt.

Die Empfehlung der Autoren: Betrachten Sie das Glas als halbvoll, bringen Sie Ihr Reptiliengehirn zum Schweigen und hören Sie damit auf, es mit schlechten Nachrichten zu füttern.

Die Probleme gleichzeitig lösen

Die Autoren empfehlen, Probleme nicht einzeln zu betrachten, sondern im Zusammenhang mit anderen, denn viele Probleme würden in Beziehung zueinander stehen. Beispiel Malaria: Wenn es gelingt, Malaria auszurotten, bedeutet das nicht nur mehr Gesundheit für die Menschen in Afrika, sondern auch eine Verbesserung ihrer ökonomischen Lage. Sie werden nicht mehr so oft krank sein und mehr arbeiten können, mehr Touristen werden kommen, weil es sicherer ist. Wenn die Kindersterblichkeit sinkt, wird auch die Geburtenrate sinken, denn die Familien müssen keine sieben Kinder mehr bekommen, wenn sie sicher sein können, dass ihre Kinder überleben.

Es geht uns so gut wie nie zuvor

Wenn wir uns die Entwicklung in der Computertechnik, der künstlichen Intelligenz, der Biotechnologie, der Medizin und vielen anderen Bereichen anschauen, ist klar, dass die Fortschritte dort exponentiell und nicht linear sind. Das heißt, der Fortschritt wird unglaublich schnell sein und es ermöglichen, viele Dinge in viel kürzerer Zeit zu verbessern, als wir uns das noch vor 30 Jahren vorstellen konnten. Und nicht nur das: Im gleichen Zeitraum sinken die Kosten enorm.

Die Autoren nehmen als Beispiel das Smartphone:
“Noch vor 20 Jahren besaßen die meisten gut situierten US-Amerikaner eine Kamera, eine Videokamera, einen CD-Spieler, eine Stereoanlage, eine Videospielkonsole, ein Handy, eine Uhr, einen Wecker, eine Enzyklopädie-Reihe, einen Welt-, einen Städteatlas und ein paar andere Dinge, die zusammen mehr als 10.000 Dollar wert waren. Heute gibt es das alles standardmäßig auf dem Smartphone oder für einen geringen Betrag im App-Store.”

“Überfluss ist nicht nur ein Plan, sondern auch eine Perspektive.”

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